Steffen Verlag | www.steffen-verlag.de | Theodor Fontane, Hans-Jürgen Gaudeck: Von London bis Pompeji mit Theodor Fontane - page 14

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Außer einigen Worten, worin wir, von Florenz oder Verona aus, den Tag unsrer
Rückkehr angeben werden, werden dies wohl die letzten italienischen Zeilen sein.
Ich schreibe sie am 10. November bei weitgeöffnetem Fenster und bin nach links
hin in den Schatten gerückt, um nicht nur der Sonne, sondern auch der Wärme
zu entfliehn. – Leider bin ich immer krank; indessen das Stück Erde, das hier aus­
gebreitet vor uns liegt, ist von einer solchen alle Mißstimmung und allen Nörgel­
hang siegreich überwindenden Schönheit, daß man seine Choleratropfen freudig
ergeben weiternimmt und die Table d’hôte-Diners, die man als bloßer Zuschauer
mitmacht, in verklärtem Schmerze bezahlt.
Vorgestern, nachdem wir schon vorher Pompeji besucht hatten, sind wir von einer
3tägigen Fahrt ins Land zurückgekehrt, deren Programm lautete: Capri, Sorrent,
Salerno, Paestum.
Brief an Karl Zöllner vom 10. November 1874 – Fontane und seine Frau Emilie pflegen
eine enge Freundschaft mit der Familie Zöllner. Der preußische Jurist wird auf Fontanes
Empfehlung dessen Nachfolger als Erster Sekretär der Akademie der Künste in Berlin.
Zudem verbindet die Männer die gemeinsame Teilnahme an den literarischen Gesell­
schaften »Tunnel über der Spree«, »Rütli« und »Ellora« miteinander.
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