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Wider Wunsch und Willen in die Cathedrale hineingeraten, beschloß ich jetzt,
eine Stunde in ihr zu bleiben. Ich schritt von dem Chorgitter aus, wohin ich dem
Zuge gefolgt war, wieder bis an das große Portal zurück, machte kehrt und sah nun
das Mittelschiff hinunter über den Hochaltar fort, bis in die dahintergelegene, den
ganzen Bau nach Osten hin abschließende Kapelle hinein, deren großes Glasfens
ter, wie eine Juwelenwand, dunkelleuchtend vor mir stand. Die Wirkung war sehr
bedeutend, magisch, ganz besonders dadurch, daß man nicht unmittelbar, sondern
durch einen offenen Spitzbogen des hohen Chors (der nun wie ein vorgestelltes,
einrahmendes Tor wirkte) auf dies, die ganze Mittelkirche beherrschende Fenster
blickte. Der Umstand, daß ich selber in einem breiten, vom Portal her einfallenden
Lichtstreifen stand, während die ganze übrige Kirche in einem grauen, nur hier
und dort farbig durchblitzten Dämmer lag, steigerte die Wirkung des Ganzen.
»Aus den Tagen der Occupation – Eine Osterreise durch Nordfrankreich und Elsaß-
Lothringen. Reims.« – Fontane plant seine Frankreichreise für den Herbst 1870, um die
Kriegsschauplätze aufzusuchen und darüber zu berichten. Irrtümlich gerät er als preu
ßischer Spion in Gefangenschaft. Er wird vom Militärgericht freigesprochen und auf die
Atlantikinsel Oléron als »prisonnier de guerre« (Kriegsgefangener) gebracht. Über Fon
tanes Freilassung wird lange spekuliert, ob eine Intervention Otto von Bismarcks diese
beschleunigt hätte. Seine Erlebnisse beschreibt er in seinem Buch »Kriegsgefangen. Er
lebtes 1870«, das im Februar 1871 von Rudolf von Decker verlegt wird.